Darmstädter Ontologenkreis

Ontologie Interdisziplinär

Ausblick

Nächstes Kolloquium

Mi, 8. August 2018, 18 Uhr

Dr. Philipp Beckerle

Mensch-zentrierte Modelle und Methoden für die Beinprothesenentwicklung

Für die Entwicklung von (robotischen) Beinprothesen ist die Erfahrung der Systeme durch Nutzerinnen und Nutzer entscheidend. Beispielsweise könnten sich diese wünschen, dass sie gar nicht wahrnehmen, statt ihres natürlichen Beins eine Prothese zu tragen. Die Prothese muss dafür viele Bewegungen ermöglichen und sich an die Situationen und sogar an die Absichten der Nutzerinnen und Nutzer anpassen. Und das, möglichst ohne dessen Aufmerksamkeit zu erfordern.

Die Forschungsgruppe „Mensch-Mechatronik-Synergie“ beschäftigt sich mit Modellen und Methoden, um diesem Ideal möglichst nahe zu kommen. Dr. Beckerle leitet die Gruppe und wird uns von den Forschungsansätzen und Ergebnissen seines Teams berichten.

Weiterer Ausblick

Derzeit gibt es Termin-Probleme und es wird voraussichtlich noch zu einem Tausch von Vorträgen kommen. Sowohl die Termine, als auch die Themen bleiben aber erhalten. Sie tauschen lediglich die Positionen

Mi, 12. September 2018, 18 Uhr

Prof. Dr. Alfred Nordmann

Der Fortschritt des Nichtwissens und die Herausforderungen der Nichtwissensgesellschaft

Das Nichtwissen gilt als Ansporn der Wissenschaften, wenn irgend möglich soll es eine bloße Wissenslücke bezeichnen, die früher oder später geschlossen wird. In den Zeiten einer datenintensiven, beispielsweise auf Simulationsmodelle gestützten und auf Komplexitätssteigerung gerichteten Forschung werden die Wissenschaften zunehmend nichtwissenstolerant.

Auch Regulierungsbehörden, technische Sicherheitskulturen, öffentliche Diskurse lernen, mit Nichtwissen umzugehen. Wenn vor einigen Jahren noch die Zukunft der modernen Industriegesellschaften über ihre "knowledge economies" definiert wurde, ist jetzt eine gesellschaftliche Kompetenz gefordert, sich an den Wissensgrenzen aufzuhalten und auch die Technologien zu verantworten, die intellektuell nicht nachvollziehbar sind.

Diskutiert werden Gründe hierfür, aber auch Herausforderungen und Umgangsweisen für eine demokratische Gesellschaft.

Mi, 17. Oktober 2018, 18 Uhr

Anatol Reibold

Polyduktive Theorie – von C. S. Peirce bis heute

Hat sich mathematische Logik anfangs mit streng logischen Schlussfolgerungen befasst, so hat sich das Feld mittlerweile erweitert. Mittlerweile sucht sie auch nach Wegen, systematisch Hypothesen zu finden, die sich dann in einer logischen Überprüfung bewähren müssen.

C. S. Peirce, eher bekannt für seine Arbeiten zur Semiotik, hat auch hierfür die Grundlagen gelegt, auf die Andere dann weiter aufbauen konnten.

Mi, 14. November 2018, 18 Uhr

Dr. Johannes Dittmer

Verstehen als unendliche und unabschließbare Aufgabe –
Versuch einer Rekonstruktion von F. Schleiermachers Hermeneutik als einer Kunstlehre des Verstehens mit C.S. Peirce's Semiotik.

Ausgehend von einer Analyse von Schleiermachers Hermeneutik (Allgemeine Einleitung) geht es um eine Nachzeichnung des Neuansatzes, den er für das Verstehen markiert. Dabei spielt nicht nur die Korrespondenz von Reden und Verstehen, der Textrezeption und der Textproduktion eine Rolle, sondern auch der doppelte Horizont von Sprache und Geschichte als dynamischen Systemen.

Das Moment der Unendlichkeit und der spezifische Charakter beider Referenz-Horizonte führt dann zu einem komplexen Begriff bzw. einem dynamischen Verständnis von Verstehen. Eben dieses kann dann mit Hilfe der Semiotik von C.S. Peirce terminologisch präziser gefasst werden.